Thematische Führung

Von der Demokratie zur Diktatur – Das Männer-KZ Moringen

Mit Hans Helms

Am 11. April 1933 richteten die Nationalsozialisten in Moringen ein Konzentrationslager ein. Es gehörte zu den ersten Repressionsinstrumenten der sich etablierenden NS-Diktatur. Bei den Häftlingen handelte es sich um Männer aus der Arbeiterbewegung und der politischen Linken. Sie stammten aus dem Norddeutschen Raum, viele auch aus der Region zwischen Leine und Harz, u.a. aus Uslar, Hann. Münden, Hilwartshausen, Goslar, Bad Lauterberg, Osterode und Göttingen.

Bis zum Sommer 1933 kamen die Wachmannschaften aus der Polizei, dann wurden sie von der SS abgelöst. Im Juni 1933 traten Häftlinge in einen Hungerstreik. Damit wollten sie nicht nur gegen die Bedingungen der Haft demonstrieren, sondern auch auf die Gesetzlosigkeit der Haft selbst hinweisen und zugleich ein  rechtstaatliches Verfahren anmahnen. Zum Ende des Jahres 1933 wurden die Häftlinge in Polizeiaufsicht entlassen oder in andere Konzentrationslager überstellt.

Auch nach dem Ende ihrer Haft haben sich viele von ihnen nicht einschüchtern lassen und zurückgezogen, sondern sind weiter politisch aktiv geblieben und entsprechend wiederholt Opfer von Verfolgung und Haft geworden, einige auch über 1945 hinaus. Zu den Besonderheiten des frühen KZ Moringen gehört auch, dass es eine Schutzhaftabteilung für Frauen gab, aus der im Oktober 1933 das Frauen-KZ Moringen hervorging.

Um Anmeldung wird gebeten: 05554 / 2520 oder info@gedenkstaette-moringen.de

Mehr Information zur KZ-Gedenkstätte Moringen auf der Website