Denkort Bunker Valentin, Bremen-Farge

Besucherinnen und Besucher vor dem Bunker Valentin, 2012. Foto: LzpB Bremen

Bildungsangebote

Ab Ende 2015 sind das Gelände und der Bunker für Besucher_innen öffentlich zugänglich. Auf einem Rundweg stellen dann an einzelnen Stationen großformatige Fotos und historische Dokumente Vergangenheit und Gegenwart zueinander in Bezug.

Derzeit wird nach Voranmeldung eine rund 90-minütige Überblicksführung angeboten, die durch den Bunker und über Teile des Außengeländes geht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich in Form von 3- oder 5-stündigen Projekttagen mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen.

Führung mit Besucherinnen und Besuchern, 2014. Foto: LzpB Bremen

Führung mit Besucherinnen und Besuchern, 2014. Foto: LzpB Bremen

Historischer Ort

Beim Bau des U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge wurden seit 1943 ausländische Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Häftlinge eines sogenannten Arbeitserziehungslagers der Bremer Gestapo eingesetzt. Entsprechend der Kriegslage richtete die deutsche Führung ihr Interesse auf die verstärkte Produktion von U-Booten. Der im Norden Bremens erbaute Bunker mit dem Tarnnamen „Valentin“ hatte einen direkten Zugang zur Weser und sollte als Werft dienen. Das riesige Bauwerk von 426 Metern Länge und bis zu 97 Metern Breite war eines der wichtigsten Neubauprojekte der deutschen Kriegsmarine.

Im Oktober 1943 errichtete die SS in Farge ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Die Häftlinge waren etwa vier Kilometer vom Arbeitseinsatzort in einem Treibstoffbunker untergebracht. Die Lebensbedingungen in diesem Rundbunker und die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle waren außerordentlich schlecht. Viele Häftlinge starben an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung.

Nach starken Beschädigungen des U-Boot-Bunkers bei Bombenangriffen der Alliierten Ende März 1945 wurde die Arbeit eingestellt. Es wurde nie ein einziges U-Boot produziert.

Zwangsarbeiter beim Bau des Bunkers Valentin, 1944. Foto: Seubert, im Auftrag der Marineoberbauleitung, Bundesarchiv/LzpB Bremen

Zwangsarbeiter beim Bau des Bunkers Valentin, 1944. Foto: Seubert, im Auftrag der Marineoberbauleitung, Bundesarchiv/LzpB Bremen

Gedenkstätte

Das ehemalige Lagergelände übernahm die Bundeswehr Ende der 1950 Jahre als Übungsplatz. Der Bunker selbst ging in den 1960er Jahren in den Besitz der Bundesmarine über, die Teile des Gebäudes bis Ende 2010 als Materialdepot nutzte.

Im Jahr 2010 beauftragte der Senat der Freien Hansestadt Bremen die Landeszentrale für politische Bildung Bremen mit dem Aufbau und dem Betrieb des „Denkort Bunker Valentin“. Zum ersten Mal in seiner fast siebzigjährigen Geschichte wird der Bunker damit zivil genutzt. Schritt für Schritt werden die Spuren von Baustelle und Zwangsarbeiterlagern wieder sichtbar gemacht und vertiefende Informationsangebote erarbeitet.

Die Aufbauphase (2011 bis 2015) wird zu gleichen Teilen aus dem Bremer Landeshaushalt und aus Mitteln der Gedenkstättenförderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert. Gefördert wird das Projekt ferner durch den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union.

Konzeption des Rundweges, Nordseite des Bunkers Valentins, 2014. Foto: GfG/oblik/LzpB Bremen

Konzeption des Rundweges, Nordseite des Bunkers Valentins, 2014. Foto: GfG/oblik/LzpB Bremen

Kontakt

Anmeldung und Kontakt für pädagogische Angebote

Besichtigungen sind nur mit Voranmeldung möglich.
Für alle Führungen mit Einzelbesuchern und Gruppen wird eine Kostenbeteiligung erhoben.

Landeszentrale für politische Bildung
Denkort Bunker Valentin
Rekumer Siel
28777 Bremen

www.denkort-bunker-valentin.de