Vier Kieselsteine – Die Geschichte der Familie Blumenthal

Bildungsmaterialien für den Unterricht an Grund- und weiterführenden Schulen

Materialien zum biografischen Lernen über die Judenverfolgung im Nationalsozialismus am Beispiel der Familie Blumenthal aus Hoya

Unter dem Titel „Vier Kieselsteine – Die Geschichte der Familie Blumenthal“ hat die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten eine Box mit Lernmaterialien für den Einsatz an Schulen oder außerschulischen Bildungseinrichtungen veröffentlicht.

Im Leseheft wird die Verfolgungsgeschichte der Familie Blumenthal in der Kleinstadt Hoya an der Weser, etwa 40 Kilometer südlich von Bremen gelegen, beschrieben. Der Geschichte liegen die Erinnerungen von Marion Blumenthal zu Grunde, die sie 1996 erstmals unter Titel „Four Perfect Pebbles“ veröffentlicht hatte.

Die Erzählung setzt mit der Gründung des Familienunternehmens, einem Bekleidungsgeschäft, durch den Großvater der eigentlichen Protagonistin der Geschichte, Marion Blumenthal, ein und zeigt die Auswirkung der sich spätestens ab 1933 verändernden gesellschaftlichen Einstellung gegenüber den jüdischen Mitbürger*innen. Aus mitten im gesellschaftlichen Leben der Kleinstadt geschätzten Menschen jüdischen Glaubens werden Schritt für Schritt an den Rand gedrängte und schließlich ausgegrenzte und verfolgte „Juden“.

Den Kern der Geschichte macht die Flucht von Marions Bruder und Eltern ins niederländische Exil, von wo aus der Weg in die USA führen sollte, aus. Kriegsbedingte Umstände verhinderten die Überfahrt in die USA, wohin zuvor schon einige Mitglieder der Familie geflohen waren. In den Niederlanden holte die nationalsozialistische Judenverfolgung die Blumenthals ein und über das Durchgangslager Westerbork wurde die Familie Anfang Februar 1944 in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Der Überlebenskampf im KZ wird aus der Sicht der damals 10 jährigen Marion wiedergegeben, wobei insbesondere ein von Marion erdachtes magisches Spiel das Überleben sichern soll. Zwar überleben in der Tat alle vier Blumenthals das KZ Bergen-Belsen, jedoch stirbt der Vater, Walter Blumenthal, kurz nach der Befreiung.

Die restlichen Kapitel des Leseheftes beschreiben den Weg von Mutter Ruth Blumenthal und ihren Kindern Albert und Marion nach der Befreiung, der sie letztlich 1948 doch noch in die USA führt, wohin sie schon 1939 hatten auswandern wollen.

Der Text ist in einfacher – nicht leichter! – Sprache geschrieben, schwierige Begriffe und Wörter werden vermieden oder bei Bedarf erklärt und viele Abbildungen geben Eindrücke von den Personen, von denen die Geschichte handelt. Er enthält neben dem Erzähltext zudem farblich unterlegte Informationen und Verständnishilfen über die Zeit des Nationalsozialismus und Erklärungen schwieriger Begriffe (Glossar) sowie bildliche Übersichten über die Familie(nzusammenhänge) und den Weg der Familie von Hoya über die Niederlande, das KZ Bergen-Belsen, die Befreiung bei Tröbitz bis hin zur Auswanderung in die USA.

Die Materialbox enthält:

  • ein Leseheft für Kinder und Jugendliche (72 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, auch in den beiden Umschlagklappen),
  • ein Heft für Lehrende/Unterrichtende, das zusätzlich zum Text des Leseheftes eine didaktische Handreichung und Hinweise für Unterrichtende enthält (84 Seiten),
  • Foto- und Dokumentenkarten sowie Zeitkarten zur Familien- und Rahmengeschichte (insgesamt knapp 90 Stück) für Quellenarbeit und die Arbeit mit Zeitleisten.

 

Für wen?

Die Materialien können ab der ausgehenden Primarstufe (Klasse 4) und in der Sekundarstufe I eingesetzt werden.

 

Zum Download:

Flyer

 

Fragen?

Wenn Sie Fragen zum Inhalt und zu Verwendungsmöglichkeiten der Materialien in der Bildungsarbeit haben, wenden Sie sich bitte an
Christian Wolpers
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Im güldenen Winkel 8
20223 Celle
christian.wolpers@stiftung-ng.de