Studientag „Wer gegen Wen? Zusammen wofür? Historische und aktuelle Formen von Diskriminierung und Vielfalt im Fußball“

Ein Angebot der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Inhalte

In dem Studientag steht die kritische Auseinandersetzung mit der Verwobenheit aus Politik und Sport im Nationalsozialismus im Fokus. Es werden unterschiedliche Themenschwerpunkte schlaglichtartig beleuchtet und von den Teilnehmenden des Studientages gemeinsam durch die Beschäftigung mit Biografien erarbeitet.

Der Sport als Massenphänomen diente als Bühne für Propaganda und wurde aber auch von den Nationalsozialist_innen genutzt, um Menschen aus der „Volksgemeinschaft“ auszuschließen oder den nationalsozialistischen Körperkult zu vermitteln. In den Konzentrationslagern wurde sogenannter Sport von den Aufseher_innen genutzt, um Inhaftierte zu foltern. Gleichzeitig konnte eine privilegierte Minderheit der gefangenen Menschen in den Lagern Sport als Ablenkung vom Lageralltag oder als Überlebensstrategie ausüben. In den Displaced Persons Camps diente Sport den befreiten Überlebenden unter anderem um die eigene Stärke und Wehrhaftigkeit zum Ausdruck zu bringen, so auch in Bergen-Belsen.

Bis heute lassen sich im Sport Teilhabe und Ausschluss von Menschen erkennen. Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit insgesamt verschwanden 1945 nicht und gehören weiterhin auch zum Sport.

Der Studientag bietet Teilnehmenden die Möglichkeit die spezifischen Verknüpfungen vom Nationalsozialismus zum Sport sowie zur Geschichte des Gedenkortes Bergen-Belsen zu verstehen. Zusätzlich setzen sich die Teilnehmenden mit Fragen der Relevanz der Vergangenheit für den Sportalltag und die Erinnerungskultur heute auseinander, reflektieren Kontinuitäten und gegenwärtige verbindende, aber auch ausgrenzende Kräfte im Sport.

Szene von einem Fußballspiel, vermutlich im DP Camp Bergen-Belsen. | Archiv der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Fotoarchiv Sammlung Margie Marmor

Zielgruppen

Der Studientag richtet sich an Vereine, Verbände, Fanprojekte, Fan-Initiativen und weitere interessierte Gruppen, die zu dem Thema mehr erfahren und ins Gespräch kommen wollen.

Teilnehmende sollten mindestens 14 Jahre alt sein.

Zwei jugendliche Fußballmannschaften im DP Camp Bergen-Belsen. | Archiv der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Fotoarchiv Sammlung Roman Ferber

Weitere Infos und Kontakt

Dauer:
Das Angebot findet in der Gedenkstätte Bergen-Belsen statt und dauert sechs Stunden.

Kosten:
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen erhebt für den Studientag einen einheitlichen Teilnahmebeitrag von 3,00 € (ermäßigt 2,00 €) pro Person.

Gruppengröße:
Es können maximal 15 Personen teilnehmen. Nach Absprache können auch größere Gruppen teilnehmen, die aber aufgrund von Pandemiebedingungen vor Ort aufgeteilt werden (Stand August 2021).

Kontakt:
Raimund Lazar
Gedenkstätte Bergen-Belsen
Abteilung Bildung und Begegnung
Tel.: 05051-4759-130
E-Mail: raimund.lazar@stiftung-ng.de

Das Bildungsangebot wurde im Rahmen des Projekts Wer gegen wen? Gewalt, Ausgrenzung und das Stereotyp „Jude“ im Fußball konzipiert.